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Definition

Kinderturnen ist DIE motorische Grundlagenausbildung für Kinder. Wie keine andere Sportart fördert es vielseitig und umfassend alle wichtigen motorischen Grundfertigkeiten und –fähigkeiten, wie Laufen, Springen, Werfen, Schwingen, Hangeln, Rollen und Drehen um alle Körperachsen.

Über die folgenden sechs zentralen, im Programm Kinderturnen fest verankerten Botschaften lässt sich das Kinderturnen charakterisieren und die Zielsetzung definieren:

1. Bewegen

Mit der Botschaft „Bewegen“ stehen die motorischen Grundlagen sowie der damit verbundene Gesundheitsaspekt als ein zentraler Aspekt des Kinderturnens im Mittelpunkt der Arbeit der Vereine. Körperliche Tätigkeit wie Rollen, Stützen, Wälzen, Hängen, Schwingen, Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Balancieren, Drücken, Stoßen, … werden erlernt und bilden die Basis für den Erwerb sportmotorischer Fähigkeiten und sportartspezifischer Fertigkeiten. Die Angebote im Kinderturnen möchten durch die Vermittlung von Spaß und Freude an der Bewegung dazu beitragen, dass Kinder Bewegung innerhalb ihrer eigenen Lebensgestaltung positiv erleben. Für eine nachhaltige Bewegungsförderung ist es wichtig, Kinder über das Kinderturnen zu einem lebenslangem Sporttreiben und einem bewegten Lebensstil zu motovieren. Das Kinderturnen öffnet sozusagen die Tür zur Welt des Sports (Leistungs-, Breiten- oder Gesundheitssport).

2. Erleben

Die Botschaft „Erleben“ steht für den Aspekt der Vielfalt in der Entwicklung der Persönlichkeit. Über einen erlebnisorientierten Umgang mit der Bewegung können Ängste überwunden und Mut ausgeprägt werden. Kinder erfahren sich und ihren Körper und gewinnen einerseits Körperbewusstsein sowie andererseits Sicherheitsgefühl und Geborgenheit in der Gruppe.

3. Mitmachen

Bei der Botschaft „Mitmachen“ steht der Gemeinschaftsaspekt im Vordergrund. Die Kinder können durch gemeinsames Gestalten, Leben und Erleben im Kinderturnen soziale Erfahrungen untereinander sammeln – ein wichtiger Schritt zur Erlangung von Sozialkompetenzen.

4. Spielen

Von besonderer Wichtigkeit ist auch das „Spielen“. Es steht für Spaß an der Bewegung, Freunde gewinnen durch gemeinsame Aktionen, Motivation für ein lebenslanges Bewegen einerseits, andererseits aber auch das Lernen von Regeln im Miteinander und Gegeneinander.

5. Üben

Der Begriff „Üben“ steht für die Ausprägung von Fähigkeiten und Fertigkeiten des Körpers, wobei der Übungsprozess eine wichtige Erfahrung für das Kind bedeutet. Grenzen erfahren, Aufgaben kontinuierlich bewältigen, etwas leisten können, sich mit Anderen vergleichen, sich nachhaltig für eine Sache engagieren. All das wird im Kinderturnen erfahrbar.

6. Können

Am Ende dieser Kette von Erlebnissen und Erfahrungen steht das „Können“ für die Subsumierung aller Einzelinhalte, die das Kinderturnen ausmachen. Kinderturnen trägt dazu bei, ein positives Selbstkonzept zu entwickeln. Innerhalb einer Übungsstunde können die Kinder durch Teilnahme an offenen und angeleiteten Spiel- und Übungsformen Grenzen kennen lernen, sich dabei selbst erleben oder durch wiederholtes Üben neue Bewegungsformen erlernen. Kinderturnen bedeutet nicht nur die Umsetzung einer (sportmotorischen) Bewegung, sondern beinhaltet auch den Erwerb von Kompetenzen (Sozialkompetenz, Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Personalkompetenz). Durch eine gezielte Übungs- und Methodenauswahl können die Kompetenzen gefördert werden. Entscheidend sind die Voraussetzungen, die ein Kind mitbringen und dass alle Bewegungen in einem positiven Lernumfeld und mit Freude und Spaß an der Bewegung vermittelt werden.

(Deutsche Turnerjugend e.V.)